„pickup“

Das Verb pick up hat im englischen Sprachraum eine Vielzahl unterschiedlicher Bedeutungen, die im Zusammenhang mit der Zielsetzung dieser tagesstrukturierenden Maßnahme stehen. Um nur einige zu nennen kann pick up mit abholen, sich aneignen oder in die Hand nehmen übersetzt werden.

„pickup“ ist eine Tagesgruppe für 14- 18-jährige. Der Adressatenkreis ist durch das Fehlen außerfamiliärer Sozialkontakte und Vermeidung sozialer Interaktion sowie einen hohen Medienkonsum gekennzeichnet.

Wesentlicher pädagogischer Inhalt der Maßnahme ist zunächst die Integration der Jugendlichen in eine für sie vorherseh- und planbare Tagesstruktur. Die Teilnahme an „pickup“ ist verpflichtend und bei Fernbleiben der Jugendlichen nehmen die Mitarbeitenden Kontakt auf, suchen diese zu Hause auf bzw. holen sie ab. Durch diesen institutionellen Charakter fällt es den Jugendlichen leichter, sich den Rahmenbedingungen unterzuordnen und sich der Teilnahme nicht anhaltend entziehen zu wollen.

Normalerweise beginnt der Betreuungsalltag am späten Vormittag bzw. Mittag mit dem gemeinsamen Mittagessen. Nach diesem Ritual widmen sich die Jugendlichen mit Unterstützung zunächst gegebenenfalls ihren schulischen Verpflichtungen. Die übrige Tagesgestaltung unterliegt Aushandlungsprozessen und wird maßgeblich von bzw. mit den Jugendlichen geplant. Der hohe Betreuungsschlüssel ermöglicht zudem ein individuelles und intensives Setting, in welchem evtl. entstehende Konflikte unmittelbar aufgegriffen und bearbeitet oder sogar fokussiert werden können. Durch die Positionierung in der Gruppe und die Vielzahl der Kollektiventscheidungen sind die Jugendlichen gezwungen, sich mit ihren Konfliktlösungsstrategien, ihrer Frustrationstoleranz und ihrer Kompromissbereitschaft auseinanderzusetzen bzw. daran zu arbeiten.

„pickup“ ermöglicht den Teilnehmenden alternative Ausdrucksmöglichkeiten und Rückmeldeflächen, bietet einen geschützten Rahmen für Interaktionsversuche und erzeugt ein Gemeinschaftsgefühl. Durch Kompetenz- und Rollenzuschreibung kommt es zu Verantwortungsübernahmen und einer Stärkung des Selbstwertgefühls.

„pickup“ forciert (Re)Integration, Entpathologisierung sowie die Vermeidung einer Fremdunterbringung.